| | | Svante Malmgren Henric Nyström Orchideen Vermehrung | | | |
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Ophrys
Orchis (Anacamptis),Himantoglossum
Dactylorhiza
Gymnadenia |
Orchis/Anacamptis/Neotinea,
Himantoglossum, Barlia, Herminium, Aceras Kurz, manchmal beziehen wir uns auf die O/A/N-Gruppe von Orchis. Es gibt einige wunderschöne Arten innerhalb der Gattungen. Die meisten Orchis/Anacamptis/Neotinea- Arten, die in Schweden vorkommen, sind nur auf den baltischen Inseln Gotland und Öland winterhart, da dort die Winter relativ mild sind. Orchis mascula wächst in den Kalkstein-Bereichen im Landesinneren Schwedens - aber auch sehr nah an der Küste in Nord-Norwegen. Diese Orchideen-Arten haben oft sehr spezifische Lebensansprüche und wachsen deshalb nicht immer in allen Gärten. In einigen Teilen Europas sind einige O/A/N-Arten sehr selten und vom Aussterben bedroht. Lokale Naturschutzprojekte unter Einbeziehung der künstlichen Vermehrung sind an einigen Orten in der Erprobung, wie in England für Orchis militaris und in der Schweiz und Deutschland für Orchis/Anacamptis coriophora und Orchis/Anacamptis palustris. Weitere Projekte werden geplant, auch gibt es interessante Berichte über Projekte in Norditalien. Bisher waren diese Arbeiten durch die auftretenden Schwierigkeiten im Zusammenhang mit den Vermehrungstechniken begrenzt. . Wir können mehrere, aber nicht alle Arten innerhalb dieser Gruppe in großem Maßstab vermehren und hoffen, dass wir mit Hilfe von Kollegen die noch verbliebenen Probleme lösen können. Ein noch verbleibendes Problem ist das der Keimung von reifen Samen. Sobald die Samen gekeimt sind, scheinen alle gut auf definierten Nährboden zu wachsen, wenn bestimmte Temperaturanforderungen eingehalten werden! Allerdings scheinen einige Arten aus ausgereiften Samen schlecht (geringe Keimungsrate) oder überhaupt nicht zu keimen. Wenige Arten keimen besser aus halb-reifen Samen als aus reifen, aber da es in der Regel eine große Anzahl von Samen in einer einzigen Kapsel gibt, liefert auch die Aussaat von reifen Samen in den meisten Fällen ein ausreichende Menge an gekeimten Pflanzen. Allerdings ist unser Hauptproblem bei der Vermehrung nach dem Auspflanzen das schwedische Klima. Nur Orchis mascula ist in den Gebieten, in denen wir leben, wirklich winterhart. Pflanzen über den Winter frostfrei zu halten und sie in einem kühlen Gewächshaus bis ins Frühjahr zu kultivieren, ermöglicht es ziemlich leicht, andere Arten wie Orchis/Anacamptis simia, militaris, laxiflora und morio zu vermehren. Einige andere Arten wie Orchis purpurea und Orchis spitzelii sind nicht nur gegen Frost sondern auch gegen überschüssige Feuchtigkeit im Winter empfindlich. Vermehrung: Andererseits scheinen Orchis/Anacamptis usw. aus Mitteleuropa und die Mehrheit der Arten aus dem Mittelmeerraum, nach unserer Erfahrung, stark nach einer Kühlperiode von mindestens 10 bis 12 Wochen bei einer bestimmten Größe der Protokorm-Entwicklung zu verlangen oder davon zu profitieren. Dieser Zeitpunkt ist erreicht, wenn die Protokorme 3-5 mm groß sind und den Beginn einer Trieb- aber nicht einer Wurzelentwicklung anzeigen. Dies entspricht wahrscheinlich dem natürlichen Zyklus mit der Keimung im Frühherbst, gefolgt von einem kühlen aber in der Regel frostfreien Winter. Einige Fotos zeigen diese Bedingungen. Möglicherweise/wahrscheinlich verhalten sich verschiedene Klone aus verschiedenen Klimazonen unterschiedlich und reagieren anders auf Temperaturabläufe. Aber an den Temperaturverlauf sollte man sich erinnern, wenn Probleme mit Orchis/Anacamptis Vermehrung auftreten. Einige Arten – wie O/A morio – können auch ohne Kühlungsbehandlung aufwachsen, aber wie die Fotos zeigen, erscheinen das Wachstum und die Knollenbildung viel besser zu erfolgen, wenn auch Pflanzen dieser Art einer kühlen Periode ausgesetzt werden. Die Länge der erforderlichen kühlen Periode scheint 8 – 12 Wochen zu betragen. Die Temperatur sollte ziemlich nahe Null Grad für die mitteleuropäischen Pflanzen betragen; 2 – 4 Grad C erscheinen optimal. Nach der Kühlschrankperiode sollten die Pflanzen langsam über eine Periode von 2 – 3 Monaten an steigende Temperaturen gewöhnt werden. Dies ist die Zeit, in der sich Blätter und Wurzeln schnell entwickeln. Die Knollen reifen etwas später bei ein wenig höheren Temperaturen. Wenn die Temperaturen zu früh erhöht werden, entwickeln sich sehr kleine Knollen oft schnell, die Pflanzen glauben, dass ein heißer und trockener Sommer zu Ende geht. Der beste Zeitpunkt für die Herausnahme aller mitteleuropäischen Orchis/Anacamptis-Arten aus dem Kühlschrank ist Januar-März, das bedeutet, im Kühlschrank 8 – 12 Wochen, kürzer bei richtiger Protokorm-Größe! Die meisten mediterranen Arten scheinen auf dem Nährboden den Winter über ein Wachstum bei 6 – 8 – 10 Grad bei schwachem künstlichem Licht zu bevorzugen. Wenn die Temperatur im Frühjahr ansteigt, entwickeln sich schnell Blätter und Knollen. Die Zeitspanne von der Aussaat, bis zu ausgereiften Knollen auf dem Nährboden, ist bei asymbiotischer Vermehrung von Art zu Art etwas unterschiedlich. Die Samen einiger Arten keimen nach nur wenigen Tagen nach der Aussaat, während andere zwei Monate brauchen. Einige benötigen auch eine Kältebehandlung nach der Aussaat. Wenn der Zeitpunkt der Aussaat und die Geschwindigkeit des Wachstums den spezifischen Anforderungen bestimmter Arten angepasst sind, werden bald viele nette kleine Knollen auf dem Nährboden zum richtigen Zeitpunkt zum Einsetzen in das Substrat während der Sommer-Dormanz (Sommerruhe) zur Verfügung stehen. Es ist wichtig, den frisch aus den Gläsern entnommenen Knollen der mitteleuropäische Arten eine „halbtrockene“ Ruhezeit von 4 bis 6 Wochen einzuräumen, nachdem sie im Sommer in das Substrat übertragen (ausgepflanzt) worden sind. Danach führen regelmäßige Bewässerung und normale Temperaturschwankungen problemlos zu anhaltendem Wachstum. Man muss ein „geeignetes“ Substrat verwenden, dann kann man die Mykorrhiza vergessen ... Mediterrane Orchis- und Ophrys Arten usw. erfordern nach der Herausnahme aus den Gläsern eine trockene oder halbtrockene Ruhezeit im Substrat von mindestens 3 - 4 Monaten! Es ist nicht möglich, ihr Wachstum durch Gießen früher zu starten, außer man will sie abtöten! Das Erfordernis einer kürzeren trockenen Ruheperiode für die mitteleuropäischen Arten ist natürlich eine Anpassung an die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen. Dieser Unterschied zwischen Pflanzen mediterraner und mitteleuropäischer Herkunft ist genetisch bedingt und kann unterschiedlich zwischen Exemplaren verschiedener Herkunft aber der gleichen Art sein. Alle Orchis/Anacamptis-Arten werden nur einmal auf frische Nährböden umgelegt; dies erfolgt 2-3-4 Monate nach der Keimung, wie bei den meisten anderen Orchideen, die hier beschrieben werden. Selbst Pflanzen der wenigen Arten, die zwei Jahre auf Nährböden wachsen sollen, können auf dem gleichen Nährboden verbleiben. Mitteleuropäische Arten Orchis mascula ist ziemlich leicht zu vermehren, wie auf den Fotos dargestellt wird. Nur die Keimungsrate von reifem Samen ist höchst unterschiedlich, abhängig vom Klon und von der geografischen Herkunft. Orchis mascula var. pinetorum aus Griechenland keimt zu 100 % innerhalb einer Woche, während Samen von schwedischen Pflanzen eine Kältebehandlung benötigen, um in akzeptablen Mengen zu keimen. Halbreife Samen die etwa 6 - 7 Wochen nach der Bestäubung geerntet wurden, keimen sehr gut. Unabhängig davon, wie sie zur Keimung kamen, verläuft das Wachstum unproblematisch, wenn das Temperaturregime eingehalten wird. Aussaatnährböden: das gleiche wie bei allen hier beschriebenen Arten: Standard Vaminolac-Nährboden mit 20 ml Ananas-Saft (neutralisiert mit NH3) + 0,5 – 1 cm³ Stückchen Kartoffel in jedem Glas auf 20 ml Nährboden. Beachte: der Ananas-Saft ist wichtiger als die Kartoffel, die auch weggelassen werden kann. Aussaatzeit und Samenbehandlung: der beste Aussaatzeitpunkt ist der Spätsommer bzw. der Frühherbst. Die Samenhülle ist ziemlich dünn, kann aber unterschiedlich bei verschiedenen Klonen sein, normalerweise mit 0,5 % NaClO für 10 – 15 Minuten behandeln. Wachstum auf dem Aussaatmedium: anfangs etwas langsam. Bei 3-4 mm Größe in den Kühlschrank einlagern. Entnahme aus dem Kühlschrank nach 2-3 Monaten, Blätter und Knollen entwickeln sich. Auspflanzen: erfolgt wie bei allen hier beschriebenen Arten mit dormanten (ruhenden) Knollen im Sommer. Blüte: einige Pflanzen blühen im ersten Jahr im Substrat, normalerweise unter guten Bedingungen im zweiten Jahr.
Orchis militaris Wie bei Orchis mascula verhalten sich Pflanzen/Samen von Orchis militaris aus verschiedenen Bereichen etwas anders. Reife Samen vom Kontinent oder britischer Herkunft keimen eher schnell, wenn sie im Spätsommer ausgesät werden und entwickeln Knollen im darauffolgenden Sommer. Reife Samen der schwedischen Orchis militaris keimen jedoch schlecht, wenn sie nicht für 10 bis 12 Wochen nach der Aussaat einer Kältebehandlung ausgesetzt werden, dann aber ist die Keimungsrate in der Regel 100 % . Aussaatnährböden: wie bei Orchis mascula
Wachstum auf dem Nährboden: Die Samen bilden lange Rhizoide, die verklumpen können, wenn sie zu dicht gesät werden.
Auspflanzen: Wie erwähnt, ruhende Knollen im Sommer, gefolgt von einer halbtrockenen Periode von 4-6 Wochen. Blüte: im dritten Jahr im Substrat – aber wir haben bisher nur 8-10 Pflanzen wegen Klimaproblemen bis zu dieser Größe kultivieren können.
Orchis/Anacamptis morio: Aussaatzeit: Spätsommer oder sehr früher Herbst. Saatgutbehandlung: dünne Samenhüllen; 0,3-0,5 % Wachstum auf Nährboden: Warten bis sich Protokorme von 4-5mm Größe auf dem frischen Nährboden bilden, dann von Oktober bis Anfang Dezember in den Kühlschrank bringen. Auspflanzen: wie bei anderen Orchis, Ruhezeit im Sommer. In der Regel beginnen sie im August innerhalb 4 - 6 Wochen zu wachsen. Blütezeit: Manchmal schon im ersten Jahr nach dem Auspflanzen, zumindest wenn sie einen nicht zu kalten ersten Winter erlebt haben. Die Mehrzahl blüht im 2. Jahr nach dem Auspflanzen.
Aussaatnährböden: Genau so, wie bei den anderen Orchis/Anacamptis Arten
Keimung innerhalb von 4 Wochen. Bei 2 mm Protokormgröße auf frisches Medium umlegen und eine Kühlphase von 4-6-8 Grad den Winter über halten. Danach bilden sich schnell Blätter, Wurzeln und große Knollen.
Orchis/Anacamptis palustris
Orchis purpurea Aussaat auf dem Nährboden: wie bei Orchis mascula usw.
Wachstum auf dem Nährboden: zunächst langsam, aber problemlos; auf frischen Nährboden nach dem Sommer umlegen und im November bei 3-4-5 mm Protokormgröße für 8 Wochen in den Kühlschrank geben, s. Foto! Nach dem Herausnehmen aus dem Kühlschrank bei etwas niedrigerer Temperatur halten. Nach und nach entwickeln sie sehr große Blätter, lange Wurzeln und eine große Knolle (s. Foto). Auspflanzen : wie die anderen Orchis / Anacamptis-Arten, Sommerruhezeit. 60-80 % der Knollen werden im nächsten Frühjahr Blätter bringen, wenn sie über den Winter kühl, aber frostfrei gehalten werden. Sie können auch sehr erfolgreich ein Jahr weiter auf dem Nährboden kultiviert werden, dann entwickeln sie sehr große Blätter und Knollen, s. Foto!
Orchis pallens:
Orchis simia
Aussaatmedium: wie Orchis mascula usw.
Aussaatzeit und Samenbehandlung: Auch hier können sich Samen von mitteleuropäischen Pflanzen etwas anders verhalten als Samen aus dem Mittelmeerraum. Das Saatgut mitteleuropäischen Ursprungs keimt jedoch manchmal langsamer und manchmal besser nach kühler Nachbehandlung, ähnlich wie bei der schwedischen Orchis militaris, und könnte deshalb zwei Jahre auf dem Nährboden benötigen. Einige, welche eine dicke Samenhülle haben, zeigen eine etwas langsamere Keimung: ca. 3-6 Wochen. Die Saat könnte sowohl im Spätsommer als auch 2-3 Monate früher und anschließende Lagerung für 2-3 Monate im Kühlschrank erfolgen. Normalerweise keimen mehr als 50 % der Samen nach einer Kälte-Behandlung (cool treatment).0,75-1 % NaClO für 10-15 Minuten.
Wachstum auf Nährboden: sehr problemlos; die mediterranen Typen wachsen so schnell wie Ophrys; die mehr nördlichen Typen keimen und wachsen anfangs langsamer, sie könnten noch ein 2. Jahr auf Nährboden, wie die schwedische Orchis militaris benötigen. Die meisten scheinen schnell zu wachsen, sollten jedoch im Oktober oder November für ca. 8-10 Wochen in den Kühlschrank. Herausnahme im Januar und Februar. Ziemlich bald schwachem Licht aussetzen, aber immer noch bei niedrigen Temperaturen. Gesunde Blätter und Knollen entwickeln sich schnell.
Auspflanzen: wie die anderen, Ruhezeit im Sommer. Mehr als 90 % der Knollen entwickeln die Blätter schon im Spätherbst, wenn sie frostfrei gehalten werden. Sie wachsen sehr leicht im Substrat, wenn geeignete Temperaturverhältnisse gewährleistet werden.
Orchis spitzelii Aussaatmedium: wie Orchis mascula usw. Aussaatzeit und Samenbehandlung: dünne Samenhülle wie bei Orchis morio; Aussaat Ende des Sommers bis zum Frühherbst; 100 % Keimung innerhalb von 4 Wochen, aber etwas langsameres Wachstum wie bei Orchis morio. Wachstum auf Nährboden: wie die anderen Orchis-Arten,
die Aussaat sollte vorzugsweise im Spätherbst bei 3-4-5 mm Größe in den Kühlschrank kommen. Wenn sie bei Zimmertemperatur aufbewahrt werden, ist dies sonst der Moment des Massensterbens! Wenn die Aussaaten aus dem Kühlschrank kommen, verhalten sie sich in den meisten Fällen gut und entwickeln ein Blatt und eine ziemlich große Knolle, die im Substrat eingepflanzt werden kann. Ruhezeit im Sommer. Orchis/Anacamptis coriophora Blütezeit – wahrscheinlich – im 3. Jahr im Substrat.
Die Keimung von reifen Samen war schlecht, es gelang aber, ein paar Pflanzen aus Samen zu erhalten. Die Pflanzen wurden 2 Jahre auf dem Nährboden belassen, entwickelten sehr große Knollen und blühten im 2. Jahr im Substrat! Wenn nur die Keimung verbessert werden kann, sollte die Vermehrung dieser seltenen Art einfach sein! Die Aussaat von halbreifen Samen dieser Art ist wegen der geringen Größe der Samenkapseln etwas schwierig. Die große Mehrzahl der in den letzten zehn Jahren im Internet und aus Pflanzen-Aufzuchtstationen verkauften Pflanzen dieser Art ist gewiss nicht künstlich angezogen worden, sondern stammte aus Wildentnahmen aus den Alpen, von Öland oder von Gotland... .. Orchis/Neotinea tridentata und Orchis/Neotinea lactea
Orchis/Anacamptis fragrans sind aus Samen aus Griechenland und Italien mehrmals vermehrt worden. Die Art keimt schnell auf dem Standard-Nährboden, profitiert davon, dass sie bei 6-8-10 Grad über den Winter auf dem Nährboden gehalten wird und bildet dann schnell Knollen. Sie ist auch sehr leicht auf dem Substrat am Leben zu erhalten. Wir haben Pflanzen, die schon über 15 Jahre alt sind.
Orchis provincialis, O pauciflora, Aussaat: im Frühherbst auf dem Standard-Nährboden;
Wachstum auf dem Nährboden: Umlegen wie gewöhnlich im Herbst, dann erfolgt definitiv ein besseres Wachstum wenn sie (dunkel) bei 6-8-10 Grad im Winter auf dem Nährboden gehalten werden. Im Frühjahr bilden 10 50 % der Pflanzen ziemlich kleine Knollen und manchmal ein kleines Blatt, die verbleibenden Pflanzen bilden ein ziemlich großes, dickes Protokorm. Nur eine sehr begrenzte Zahl der Pflanzen bildete im ersten Jahr auf dem Nährboden ein Blatt und eine „normale“ Knolle.
Wenn sie für 4-5 Monate dunkel und bei Raumtemperaturgehalten werden, bildeten sie im folgenden Herbst und Winter, wenn die Temperaturen wieder herunter gehen, ein langes Blatt und eine große Knolle, die im späten Frühjahr oder frühen Sommer ausgepflanzt werden können. Auch die ersten kleinen Knollen können ausgepflanzt werden, aber da sie relativ klein sind, ist es etwas schwierig, sie am Leben zu erhalten.
Wachstum auf dem Substrat: wir haben diese Arten zweimal in begrenzter Stückzahl ausgesät und auf dem Substrat wachsen lassen. Orchis provincialis verblieb zwei Jahre auf dem Nährboden und wuchs dann leicht auf dem Substrat und die Pflanzen blühten im 3. Jahr auf dem Substrat, d.h. 5 Jahre nach der Aussaat, 4 Jahre sollten möglich sein. Die Vermehrung war sehr einfach ein zweites Mal nachzuvollziehen. Orchis pauciflora wurde mit kleinen Knollen, die nur ein Jahr auf dem Nährboden waren, ausgepflanzt. Die Hälfte der Pflanzen ging verloren. Wahrscheinlich waren die Knollen zu klein.
Mediterrane Typen von Orchis simia
Andere Hybriden
Anacamptis pyramidalis wächst in Schweden in den Küstenbereichen auf Öland und Gotland. Dies zeigt an, dass die Art empfindlich gegen kalte Winter ist. Sie ist leicht zu vermehren und wächst in großer Zahl.
Aussaat-Nährboden: StandardNährboden mit Rübe, wie bei Ophrys. Kann auch auf dem Standard-Nährboden mit Kartoffel und Ananas-Saft wachsen, aber Rübe ist besser.
Aussaatzeitpunkt und Samenbehandlung: Normalerweise 75-100 % Keimungsrate bei reifen Samen. Dünne Samenhülle, nur 0,3-0,5 % NaClO für 5-7 Minuten. Die Aussaat sollte sehr früh erfolgen – Februar bis April!!
Wachstum auf dem Nährboden: völlig problemlos, aber wie bei vielen mitteleuropäischen Arten ein ziemlich langsamer Start. Umlegen im Mai/Juni; im frühen Herbst nicht in den Kühlschrank, aber bei schwachem fluoreszierenden Licht und Temperaturen 6-8-10 Grad während des Herbstes und Winters zusammen mit mediterranen O/A-Arten kultivieren. Blätter und lange dünne Wurzeln bilden sich während des Winters. Bei nach und nach Erhöhung der Temperatur ab April entwickelt sich schnell eine große Knolle. Wenn die Pflanzen in den Gläsern während des Winters bei Raumtemperatur belassen werden, entwickeln sich nur sehr kleine Knollen. Auspflanzen: wie andere O/A-Arten, im Sommer mit ruhenden Knollen. 75-90 % werden im Früh-Herbst Blätter bilden. Blüte: in vielen Fällen im 2. Jahr im Substrat, besonders wenn sie Extra-Beleuchtung im Winter erhalten. Die Art ist sehr einfach in großer Stückzahl zu vermehren, pflegeleicht bei geeignetem Klima und könnte eine sehr gute Gartenpflanze werden.
Aussaat-Nährboden: wie bei Orchis mascula usw. Aussaat-Zeitpunkt und Samenbehandlung: dünne Samenhülle, kurze NaClO-Behandlungszeit bis zur Bleiche; bester Aussaatzeitpunkt ist März - April. Die Keimung erfolgt zu 50 – 100 % in 4-6 Wochen. Spätere Aussaat könnte ebenso erfolgreich sein, Wachstum auf dem Nährboden: Umlegen auf frischen Nährboden normalerweise im späten Mai oder zeitigen Juni. Es werden sehr große Pflanzen im folgenden Frühjahr auf dem Nährboden gebildet, deshalb sollten nur wenigen Pflanzen auf dem Nährboden platziert werden. Im Spätsommer beschleunigt sich das Wachstum. Jetzt sollten die Sämlinge wie Anacamptis pyramidalis kultiviert werden – unter schwachem, fluoreszierendem Licht und Temperaturen von 6-8-10 o C im Herbst und Winter. Sie bilden große Blätter und lange Wurzeln. Wenn die Temperatur im März/April langsam ansteigt, reifen große Knollen auf dem Nährboden.
Weitere Samen wurden im Herbst 2011 im Rahmen eines Naturschutzprojektes ausgesät und nach der Aussaat kühl gehalten.
Barlia metlesisciana
Dünne Samenhülle, gute Keimung in einem Monat, wächst auf dem Standard-Nährboden mit Kartoffel und Ananas-Saft, ausgesät im Spätsommer, Keimung in vier Wochen.
Allerdings benötigten sie wie mediterrane Orchideen-Arten zwei Jahre auf dem Nährboden, um eine (sehr) große Knolle und Blätter zu bilden.
Die Fotos zeigen, wie einfach die Vermehrung dieser Art zu erreichen ist. (Sie wächst hier auf dem gleichen kalkhaltigen Substrat, wie all unsere Orchis/Anacamptis/ Himantoglossum-Arten. Es wird keinerlei Vulkanasche-spezifischer Pilz benötigt…)
Barlia robertiana, Samen von Himantoglossum caprinum × Barlia robertiana wurde im Herbst 2010 ausgesät, etwa 25 Pflanzen wachsen gut auf dem Nährboden. Sie verhalten sich nahezu gleich wie Barlia und scheinen zwei Jahre auf dem Nährboden zu benötigen wie Himantoglossum. Herminium monorchis
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